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Geöffneter Zählerschrank mit einer Reihe Sicherungsautomaten und farbig sortierten Adern
Das Herz der Installation

Sicherungskasten erneuern

Viele Verteilungen stammen aus einer Zeit, in der ein Haushalt halb so viel Strom brauchte. Woran Sie merken, dass Ihre an die Grenze kommt.

  • Woran Sie eine veraltete Verteilung erkennen
  • Warum Fehlerstromschutz nicht verhandelbar ist
  • Was Wallbox und Photovoltaik voraussetzen
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Bestandsaufnahme

Was in einer zeitgemäßen Verteilung sitzt

Der Sicherungskasten ist die Stelle, an der sich der Zustand einer Elektroinstallation am schnellsten ablesen lässt. Wer die Klappe öffnet, sieht in wenigen Sekunden, aus welcher Zeit die Anlage stammt und ob sie zu dem passt, was heute daran hängt.

Ganz oben oder links sitzt der Hauptschalter, der die gesamte Wohnung trennt. Daneben gehört mindestens ein Fehlerstromschutzschalter — der breitere mit der Prüftaste. Dahinter reihen sich die Leitungsschutzschalter, einer je Stromkreis. Und schließlich sollte eine Beschriftung verraten, welcher Schalter zu welchem Bereich gehört.

Fehlt der Fehlerstromschutz, ist das der deutlichste Hinweis auf Erneuerungsbedarf. Er ist seit langem für neue Anlagen vorgeschrieben, weil er das einzige Bauteil ist, das Menschen schützt und nicht Leitungen. In vielen Bestandsbauten fehlt er trotzdem, und der Bestandsschutz erlaubt das auch — sicherer wird es dadurch nicht.

Der zweite typische Befund sind Schraubsicherungen, die runden Keramikeinsätze. Sie funktionieren, sind aber ein deutliches Altersmerkmal und lassen sich nicht so einfach zurücksetzen wie ein Kipphebel. Der dritte ist schlicht Platzmangel: Wenn kein Feld mehr frei ist, wird jede Erweiterung zur Grundsatzentscheidung.

Erneuerung prüfen lassen, wenn …

  • kein Fehlerstromschutzschalter vorhanden ist
  • noch Schraubsicherungen verbaut sind
  • kein Platz für weitere Stromkreise frei ist
  • die Beschriftung nicht mehr stimmt oder fehlt
  • der Kasten warm wird oder Geräusche macht
  • eine Wallbox, Wärmepumpe oder Photovoltaik geplant ist
Finger drückt die Prüftaste eines Fehlerstromschutzschalters in der geöffneten Verteilung

Wie eine Erneuerung abläuft

  1. Bestand aufnehmen
    Welche Stromkreise gibt es, wie sind sie belegt, welche Leitungsquerschnitte liegen an? Erst danach lässt sich sagen, was sinnvoll ist.
  2. Aufteilung festlegen
    Häufig werden bei der Gelegenheit Kreise getrennt, die bisher zusammenhingen — etwa Küche und Wohnzimmer. Das reduziert späteres Auslösen deutlich.
  3. Umbauen
    Die Anlage wird freigeschaltet, der neue Verteiler bestückt und die Stromkreise aufgelegt. Für diese Zeit ist die Wohnung stromlos.
  4. Messen und beschriften
    Zum Schluss werden die Schutzmaßnahmen geprüft und protokolliert — und der Kasten bekommt eine Beschriftung, die stimmt.
Vorausschauen

Warum der Verteiler oft der eigentliche Engpass ist

Wer eine Wallbox anschließen lassen will, denkt zuerst an die Leitung in die Garage. In der Praxis scheitert es häufiger am Verteiler. Eine Wallbox braucht einen eigenen Stromkreis mit passendem Fehlerstromschutz — und dafür Platz auf der Hutschiene.

Dasselbe gilt für die Photovoltaikanlage. Der Wechselrichter wird auf einen eigenen Kreis gelegt, dazu kommen je nach Ausführung Freischaltstellen und Zählerplatzanpassungen. Auch das kostet Felder im Verteiler.

Wenn ohnehin erneuert wird, lohnt es deshalb, gleich Reserve einzuplanen. Ein Verteiler mit freien Plätzen ist bei der Errichtung kaum teurer und erspart es, in fünf Jahren erneut alles anzufassen. Das ist der klassische Fall, in dem etwas mehr Aufwand am Anfang sich rechnet.

Ein Nebeneffekt, den viele unterschätzen: Eine saubere, beschriftete Verteilung macht jede spätere Fehlersuche schneller. Wer im Störungsfall nicht raten muss, welcher Schalter wozu gehört, spart Zeit — und im Notdienst auch Geld.

Das können Sie tun

  • Die Klappe öffnen und sich den Bestand ansehen
  • Den FI-Schalter halbjährlich mit der Prüftaste testen
  • Bei einer Erneuerung Reserve für später einplanen
  • Auf eine korrekte Beschriftung bestehen
  • Das Prüfprotokoll aufbewahren

Das besser nicht

  • Die Abdeckung abschrauben
  • Stärkere Sicherungen einbauen lassen, um Auslösen zu vermeiden
  • Auf den Fehlerstromschutz verzichten, weil es bisher gutging
  • Bei knappem Platz eine Erweiterung erzwingen
  • Ohne Prüfprotokoll abnehmen

Kurz gefasst

  • Fehlender FI-Schalter ist das deutlichste Erneuerungssignal.
  • Schraubsicherungen sind ein Altersmerkmal, kein Sicherheitsrisiko an sich.
  • Platzmangel im Verteiler blockiert oft ganze Vorhaben.
  • Reserve einplanen ist billiger als ein zweiter Umbau.
Bevor jemand da ist

Was Sie selbst prüfen können

Soforthilfe in drei Schritten

Was Sie tun können, bevor jemand da ist. Ohne Werkzeug, ohne Risiko.

Schritt 1 — Gefahr ausschließen. Riecht es verschmort, sehen Sie Rauch oder Funken? Dann nichts weiter anfassen.

Schritt 2 — Sicherungskasten prüfen. Öffnen Sie die Klappe. Steht ein Kipphebel nach unten, während die anderen oben stehen? Schalten Sie ihn einmal ganz nach unten und dann wieder nach oben.

  • Bleibt er oben: Der Fehler war einmalig — beobachten Sie es.
  • Fällt er sofort wieder: Nicht erneut versuchen. Der Fehler liegt in der Leitung oder an einem Gerät.
  • Ist es der breite Schalter mit Prüftaste (FI): Ziehen Sie zuerst alle Geräte des Bereichs aus der Steckdose.

Kommt der Strom nicht zurück oder fällt die Sicherung erneut, rufen Sie an — dann muss jemand messen.

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Das ist ein Notfall. Fassen Sie nichts an und schalten Sie — nur wenn Sie gefahrlos herankommen — den Hauptschalter im Sicherungskasten aus.

  • Bei sichtbarem Feuer oder starkem Rauch zuerst die 112 rufen.
  • Löschen Sie einen Brand an elektrischen Anlagen niemals mit Wasser.
  • Verlassen Sie den Raum und lüften Sie, wenn es stark riecht.

Danach erreichen Sie uns rund um die Uhr.

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Fragen

Häufige Fragen zum Sicherungskasten

Muss ich meinen alten Sicherungskasten erneuern lassen?

Eine allgemeine Pflicht gibt es für bestehende Wohnanlagen nicht — Bestandsschutz erlaubt den Weiterbetrieb, solange die Anlage sicher ist. Sobald aber daran gearbeitet wird oder etwas dazukommt, gelten die heutigen Regeln für den geänderten Teil. In der Praxis ist das der häufigste Anlass.

Wie lange ist die Wohnung dabei ohne Strom?

Der Umbau selbst findet im freigeschalteten Zustand statt. Wie lange das dauert, hängt von der Anzahl der Stromkreise und vom Zustand der Zuleitungen ab. Der ausführende Betrieb sagt Ihnen das vorab, damit Sie sich darauf einstellen können.

Kann ich einzelne Schalter selbst tauschen?

Nein. Arbeiten im Verteiler setzen voraus, dass jemand freischalten, Spannungsfreiheit feststellen und anschließend die Schutzmaßnahmen nachweisen kann. Das gehört in Fachhände — unabhängig davon, wie einfach der Handgriff aussieht.

Reicht ein FI-Schalter für die ganze Wohnung?

Technisch möglich, praktisch unschön: Löst er aus, ist alles gleichzeitig dunkel, und die Fehlersuche wird mühsam. Üblicher ist heute eine Aufteilung auf mehrere Schutzschalter, sodass ein Fehler nicht die gesamte Wohnung stilllegt.

Was ist ein Zählerschrank und was ein Verteiler?

Im Zählerschrank sitzen Zähler und Vorsicherungen; daran darf nur ein eingetragener Betrieb arbeiten. Der Verteiler ist der Kasten mit den Kipphebeln, den Sie in der Wohnung öffnen. Oft sitzen beide zusammen, manchmal getrennt.

Was kostet eine Erneuerung?

Das hängt von der Zahl der Stromkreise, vom Zustand der Zuleitungen und davon ab, ob auch der Zählerplatz angefasst werden muss. Eine belastbare Aussage gibt es erst nach einem Blick vor Ort; die Konditionen erhalten Sie vor Arbeitsbeginn schriftlich.

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