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Finger drückt die Prüftaste eines Fehlerstromschutzschalters in der geöffneten Verteilung
Alle sechs Monate prüfen

Der FI-Schalter — Schutz für Menschen

Das einzige Bauteil in Ihrer Verteilung, das nicht die Leitung schützt, sondern Sie. Und das einzige, das Sie selbst testen sollten.

  • Wie der Schalter Fehlerströme erkennt
  • Die Prüfung dauert zehn Sekunden
  • Warum Feuchtigkeit der häufigste Auslöser ist
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Funktion

Was der Schalter misst

Der Fehlerstromschutzschalter, je nach Sprachgebrauch FI oder RCD, arbeitet mit einem einfachen Prinzip: Er vergleicht permanent, wie viel Strom auf dem Hinweg fließt und wie viel auf dem Rückweg ankommt. Im Normalfall ist das identisch. Fehlt auf dem Rückweg etwas, hat der Strom einen anderen Weg genommen.

Dieser andere Weg kann harmlos sein — Feuchtigkeit in einer Außensteckdose etwa. Er kann aber auch durch einen Menschen führen, der ein defektes Gerät berührt. Genau deshalb trennt der Schalter bereits bei sehr kleinen Differenzen und in Millisekunden, lange bevor der Strom gefährlich werden kann.

Der Unterschied zur normalen Sicherung ist damit grundlegend. Ein Leitungsschutzschalter merkt nichts davon, wenn jemand einen Schlag bekommt — für ihn ist das eine kleine Stromstärke, die keine Leitung überlastet. Der FI dagegen sieht genau diese Situation. Wer beides im Verteiler hat, ist doppelt geschützt, aber gegen unterschiedliche Gefahren.

Wichtig zu wissen: Der FI schützt nicht davor, gleichzeitig beide Pole zu berühren. Auch schützt er nicht vor Überlastung. Er ist kein Universalschutz, sondern deckt einen bestimmten, sehr häufigen Unfallhergang ab — und das sehr zuverlässig.

Fachbetrieb einschalten, wenn …

  • der Schalter beim Drücken der Prüftaste nicht auslöst
  • er sich nach dem Auslösen nicht mehr einschalten lässt
  • er auslöst, obwohl alle Geräte abgezogen sind
  • er ohne erkennbaren Anlass mehrfach am Tag auslöst
  • in Ihrer Verteilung gar kein FI-Schalter sitzt
Geöffneter Zählerschrank mit einer Reihe Sicherungsautomaten und farbig sortierten Adern

Die halbjährliche Prüfung

  1. Geräte vorbereiten
    Fahren Sie Computer herunter und beachten Sie, dass beim Test alle angeschlossenen Bereiche kurz stromlos werden.
  2. Prüftaste drücken
    Die Taste ist meist mit „T“ oder „Test“ beschriftet. Ein kurzer, fester Druck genügt.
  3. Reaktion beobachten
    Der Schalter muss sofort in die Aus-Stellung springen. Passiert nichts, schützt er nicht mehr — dann muss er getauscht werden.
  4. Wieder einschalten
    Hebel zurück nach oben, fertig. Notieren Sie das Datum, dann wissen Sie beim nächsten Mal, wann Sie zuletzt geprüft haben.
In der Praxis

Warum der FI meistens bei Regen auslöst

Der mit Abstand häufigste Auslöser ist Feuchtigkeit. Eine Außensteckdose, deren Dichtung porös geworden ist. Eine Gartenleuchte, in der sich Kondenswasser gesammelt hat. Ein Verlängerungskabel, das über Nacht draußen lag. In all diesen Fällen bekommt der Strom über Wasser einen Nebenweg — genau das, wofür der Schalter gebaut ist.

Der zweite große Block sind alte Geräte. Mit den Jahren wird Isolierung spröde, besonders bei Geräten mit Heizelementen und Motoren. Ein Wäschetrockner oder eine ältere Waschmaschine kann einen kleinen, dauerhaften Ableitstrom haben, der für sich genommen unter der Schwelle bleibt — zusammen mit anderen Geräten aber darüber.

Genau das erklärt die Fälle, in denen der Schalter scheinbar zufällig auslöst. Mehrere Geräte mit je kleinen Ableitströmen summieren sich. Einzeln funktioniert jedes, gemeinsam kippt es. Deshalb hilft beim Suchen nur das systematische Zuschalten, nicht das Probieren einzelner Geräte.

Wenn der Schalter auch dann auslöst, wenn gar nichts eingesteckt ist, liegt der Fehler in der festen Installation. Dann hilft nur eine Isolationsmessung, bei der jeder Stromkreis einzeln geprüft wird.

Das können Sie tun

  • Halbjährlich die Prüftaste drücken
  • Bei Auslösen zuerst an Außenbereiche und Feuchträume denken
  • Geräte einzeln zuschalten statt wahllos zu probieren
  • Datum der letzten Prüfung notieren
  • Bei fehlendem FI eine Nachrüstung prüfen lassen

Das besser nicht

  • Den Schalter dauerhaft ausgeschaltet lassen, um Ruhe zu haben
  • Ihn überbrücken oder festsetzen
  • Wiederholtes Auslösen als Marotte abtun
  • Selbst im Verteiler nach der Ursache suchen
  • Nasse Geräte einstecken, um zu testen, ob sie noch gehen

Zusammengefasst

  • Der FI schützt Menschen, die Sicherung schützt Leitungen.
  • Die Prüfung dauert zehn Sekunden und gehört zweimal im Jahr gemacht.
  • Löst er beim Test nicht aus, schützt er nicht mehr.
  • Feuchtigkeit ist der häufigste Auslöser, alte Geräte der zweithäufigste.
Bevor jemand da ist

Was Sie selbst prüfen können

Soforthilfe in drei Schritten

Was Sie tun können, bevor jemand da ist. Ohne Werkzeug, ohne Risiko.

Schritt 1 — Gefahr ausschließen. Riecht es verschmort, sehen Sie Rauch oder Funken? Dann nichts weiter anfassen.

Schritt 2 — Sicherungskasten prüfen. Öffnen Sie die Klappe. Steht ein Kipphebel nach unten, während die anderen oben stehen? Schalten Sie ihn einmal ganz nach unten und dann wieder nach oben.

  • Bleibt er oben: Der Fehler war einmalig — beobachten Sie es.
  • Fällt er sofort wieder: Nicht erneut versuchen. Der Fehler liegt in der Leitung oder an einem Gerät.
  • Ist es der breite Schalter mit Prüftaste (FI): Ziehen Sie zuerst alle Geräte des Bereichs aus der Steckdose.

Kommt der Strom nicht zurück oder fällt die Sicherung erneut, rufen Sie an — dann muss jemand messen.

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Das ist ein Notfall. Fassen Sie nichts an und schalten Sie — nur wenn Sie gefahrlos herankommen — den Hauptschalter im Sicherungskasten aus.

  • Bei sichtbarem Feuer oder starkem Rauch zuerst die 112 rufen.
  • Löschen Sie einen Brand an elektrischen Anlagen niemals mit Wasser.
  • Verlassen Sie den Raum und lüften Sie, wenn es stark riecht.

Danach erreichen Sie uns rund um die Uhr.

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Fragen

Häufige Fragen zum FI-Schalter

Was passiert, wenn ich die Prüftaste drücke?

Die Taste erzeugt künstlich einen kleinen Fehlerstrom. Der Schalter muss darauf sofort reagieren und trennen. Das ist der einzige Weg, seine Funktion ohne Messgerät zu prüfen — und deshalb sollte man ihn regelmäßig nutzen.

Mein FI löst nicht aus, wenn ich teste. Ist das schlimm?

Ja. Ein Schalter, der beim Test nicht auslöst, ist wirkungslos — Sie haben dann faktisch keinen Personenschutz, obwohl er da zu sein scheint. Er sollte zeitnah getauscht werden.

Kann ich einen FI nachrüsten lassen?

In den meisten Fällen ja. Ob es im vorhandenen Verteiler geht, hängt vom Platz und vom Zustand der Stromkreise ab. Gelegentlich stellt sich beim Nachrüsten heraus, dass ein Kreis schon länger einen Fehler hat, der bisher niemandem aufgefallen ist.

Warum löst er aus, wenn ich den Rasenmäher benutze?

Feuchtes Gras, ein älteres Kabel und ein Motor ergeben zusammen häufig einen Ableitstrom. Prüfen Sie Kabel und Stecker auf Beschädigungen und nutzen Sie im Außenbereich nur dafür geeignete Verlängerungen.

Wie viele FI-Schalter sollte man haben?

Mehr als einen, wenn möglich. Bei nur einem Schalter für die ganze Wohnung ist bei jedem Fehler alles gleichzeitig aus. Eine Aufteilung auf mehrere macht die Fehlersuche einfacher und den Alltag weniger unangenehm.

Ersetzt der FI die normale Sicherung?

Nein, die beiden haben unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich. Es gibt kombinierte Geräte, die beides in einem Bauteil vereinen — üblich sind aber getrennte Schalter.

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