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Elektriker prüft Wechselrichter und Verkabelung einer Photovoltaikanlage an der Kellerwand
Der elektrische Teil

Photovoltaikanlage anschließen lassen

Die Module sind schnell montiert. Der Teil, der Fachkunde und Papierkram verlangt, beginnt danach.

  • Wechselrichter, Freischaltung, Zählerplatz
  • Anmeldung bei Netzbetreiber und Marktstammdatenregister
  • Warum der Zählerschrank oft mit dran muss
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Umfang

Was beim Anschluss zu tun ist

Eine Photovoltaikanlage besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Hälften. Die eine ist die Montage auf dem Dach — Unterkonstruktion, Module, Verkabelung zwischen den Strängen. Die andere ist der elektrische Anschluss im Haus, und dieser Teil darf nur von einem beim Netzbetreiber eingetragenen Betrieb ausgeführt werden.

Im Zentrum steht der Wechselrichter. Er wandelt den Gleichstrom der Module in Wechselstrom um und speist ihn ins Hausnetz ein. Er braucht einen geeigneten Aufstellort — kühl, belüftet, zugänglich — sowie eine eigene Absicherung und Freischaltmöglichkeiten auf beiden Seiten.

Dazu kommt der Zählerplatz. Wer einspeist, braucht einen Zähler, der in beide Richtungen misst. In älteren Häusern stellt sich dabei häufig heraus, dass der vorhandene Zählerschrank nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht und im selben Zug erneuert werden muss. Das ist der Punkt, an dem Vorhaben regelmäßig teurer werden als geplant.

Schließlich der Papierkram. Die Anlage muss beim Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister eingetragen werden. Der Netzbetreiber gibt die Inbetriebnahme frei — vorher darf nicht eingespeist werden. Den technischen Teil dieser Meldungen übernimmt der ausführende Betrieb.

Vorher klären

  • Entspricht der Zählerschrank noch den aktuellen Anforderungen?
  • Ist ein geeigneter Aufstellort für den Wechselrichter vorhanden?
  • Reicht der Platz im Verteiler für die zusätzlichen Stromkreise?
  • Ist ein Speicher geplant — jetzt oder später?
  • Soll ein Elektrofahrzeug mit Überschuss geladen werden?
Geöffneter Zählerschrank mit einer Reihe Sicherungsautomaten und farbig sortierten Adern

Der Ablauf

  1. Anlage begutachten
    Zählerschrank, Verteiler, Leitungswege und Aufstellort werden angesehen. Daraus ergibt sich, was über die reine Anbindung hinaus nötig ist.
  2. Beim Netzbetreiber anmelden
    Vor der Inbetriebnahme wird die Anlage angemeldet. Der Netzbetreiber prüft und gibt frei. Ohne diese Freigabe darf nicht eingespeist werden.
  3. Anschließen
    Wechselrichter setzen, Gleich- und Wechselstromseite anbinden, Freischaltstellen und Schutzeinrichtungen installieren.
  4. Inbetriebnahme und Registrierung
    Messung, Protokoll, Zählerwechsel durch den Messstellenbetreiber und Eintrag im Marktstammdatenregister.
Häufiger Stolperstein

Wenn die Module da sind, aber der Zählerschrank nicht mitspielt

Das ist der mit Abstand häufigste Grund, warum Photovoltaikprojekte ins Stocken geraten. Die Module sind bestellt, oft schon montiert, und dann stellt sich heraus, dass der Zählerplatz aus den Siebzigern stammt und für den Zählerwechsel erst umgebaut werden muss.

Ärgerlich ist das vor allem, weil es vermeidbar wäre. Ein Blick in den Zählerschrank vor der Bestellung der Anlage kostet wenig und verhindert, dass Module wochenlang ungenutzt auf dem Dach liegen. Wer eine Anlage plant, sollte diesen Schritt an den Anfang stellen, nicht ans Ende.

Der zweite Stolperstein ist der Speicher. Viele entscheiden sich erst später dafür — und stellen dann fest, dass die Anbindung deutlich einfacher gewesen wäre, wenn man sie gleich vorgesehen hätte. Selbst wenn der Speicher nicht sofort kommt, lohnt es, den Platz und die Leitungswege einzuplanen.

Und drittens das Zusammenspiel mit einer Wallbox. Überschussladen setzt voraus, dass Wallbox und Wechselrichter kommunizieren. Wer beides nacheinander und von verschiedenen Herstellern anschafft, hat später oft eine Kombination, die nicht miteinander redet.

Das können Sie tun

  • Vor der Bestellung in den Zählerschrank schauen lassen
  • Speicher und Wallbox von Anfang an mitdenken
  • Den Aufstellort für den Wechselrichter früh festlegen
  • Anmeldung und Registrierung vom Fachbetrieb erledigen lassen
  • Das Inbetriebnahmeprotokoll aufbewahren

Das besser nicht

  • Ohne Freigabe des Netzbetreibers einspeisen
  • Die Gleichstromseite selbst anklemmen
  • Den Wechselrichter in einen ungelüfteten Raum hängen
  • Den Eintrag im Marktstammdatenregister vergessen
  • Module montieren, bevor der elektrische Teil geklärt ist

Kurz gefasst

  • Der Anschluss darf nur durch einen eingetragenen Betrieb erfolgen.
  • Der Zählerschrank ist der häufigste Verzögerungsgrund.
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und Eintrag im Register sind Pflicht.
  • Speicher und Wallbox gehören in dieselbe Planung.
Bevor jemand da ist

Was Sie selbst prüfen können

Soforthilfe in drei Schritten

Was Sie tun können, bevor jemand da ist. Ohne Werkzeug, ohne Risiko.

Schritt 1 — Gefahr ausschließen. Riecht es verschmort, sehen Sie Rauch oder Funken? Dann nichts weiter anfassen.

Schritt 2 — Sicherungskasten prüfen. Öffnen Sie die Klappe. Steht ein Kipphebel nach unten, während die anderen oben stehen? Schalten Sie ihn einmal ganz nach unten und dann wieder nach oben.

  • Bleibt er oben: Der Fehler war einmalig — beobachten Sie es.
  • Fällt er sofort wieder: Nicht erneut versuchen. Der Fehler liegt in der Leitung oder an einem Gerät.
  • Ist es der breite Schalter mit Prüftaste (FI): Ziehen Sie zuerst alle Geräte des Bereichs aus der Steckdose.

Kommt der Strom nicht zurück oder fällt die Sicherung erneut, rufen Sie an — dann muss jemand messen.

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Das ist ein Notfall. Fassen Sie nichts an und schalten Sie — nur wenn Sie gefahrlos herankommen — den Hauptschalter im Sicherungskasten aus.

  • Bei sichtbarem Feuer oder starkem Rauch zuerst die 112 rufen.
  • Löschen Sie einen Brand an elektrischen Anlagen niemals mit Wasser.
  • Verlassen Sie den Raum und lüften Sie, wenn es stark riecht.

Danach erreichen Sie uns rund um die Uhr.

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Fragen

Häufige Fragen zum Photovoltaik-Anschluss

Ich habe die Anlage selbst gekauft — schließt die trotzdem jemand an?

Ja, das ist ein gängiger Fall. Der Betrieb übernimmt dann den elektrischen Teil und die Anmeldungen, unabhängig davon, wo die Komponenten herkommen. Sinnvoll ist, vor dem Kauf kurz abzustimmen, ob die gewählten Komponenten zueinander und zur Anlage passen.

Darf ich die Module selbst montieren?

Die mechanische Montage auf dem Dach ist keine Elektroarbeit im engeren Sinn. Sobald es aber an die Verkabelung und den Anschluss geht, ist ein eingetragener Betrieb erforderlich. Bedenken Sie außerdem die Absturzsicherung — das ist der unterschätzte Teil.

Was ist das Marktstammdatenregister?

Ein Register der Bundesnetzagentur, in das alle Erzeugungsanlagen eingetragen werden müssen — auch kleine. Die Eintragung ist kostenlos, aber verpflichtend und fristgebunden. Wer sie versäumt, riskiert Probleme bei der Vergütung.

Brauche ich einen neuen Zähler?

Ja. Ein Einspeisezähler muss in beide Richtungen messen können. Den Wechsel führt der Messstellenbetreiber durch, nicht der Elektrobetrieb — dieser bereitet aber den Zählerplatz vor.

Lohnt sich ein Speicher?

Das hängt vom eigenen Verbrauchsprofil ab — wer tagsüber wenig verbraucht, hat mehr davon als jemand, der ohnehin zu Hause arbeitet. Unabhängig von der Rechnung gilt: Die Anbindung ist einfacher, wenn sie von Anfang an vorgesehen ist.

Wie lange dauert es bis zur Inbetriebnahme?

Der elektrische Anschluss selbst ist meist an einem Tag erledigt. Was Zeit kostet, sind die Freigabe des Netzbetreibers und der Zählerwechsel — beides liegt nicht in der Hand des ausführenden Betriebs.

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