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Elektriker misst mit einem Prüfgerät an einem Verteilerkasten, davor liegt das Prüfprotokoll
Vor Kauf, Vermietung oder Umbau

Elektrische Anlagen prüfen lassen

Die gefährlichen Mängel sind meistens die, die man nicht sieht. Genau deshalb wird gemessen und nicht nur hingeschaut.

  • Was bei einer Prüfung gemessen wird
  • Woran Sie eine gealterte Anlage erkennen
  • Welche Fristen wirklich gelten
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Prüfung sinnvoll?

Alter der Anlage, anstehender Umbau, Vermietung — daran entscheidet es sich.

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Wann eine Prüfung sinnvoll ist

Für private Wohngebäude gibt es in Deutschland keine allgemeine, wiederkehrende Prüfpflicht. Das führt dazu, dass in vielen Häusern seit der Errichtung niemand mehr systematisch hingeschaut hat — teils seit vierzig Jahren und mehr.

Sinnvoll ist eine Prüfung vor allem zu vier Anlässen. Erstens beim Kauf einer Immobilie: Der Zustand der Elektroinstallation ist ein erheblicher Kostenfaktor, der sich vor dem Notartermin besser klären lässt als danach. Zweitens vor einer Vermietung, weil der Vermieter für den sicheren Zustand einsteht.

Drittens nach oder vor größeren Umbauten, weil dabei ohnehin an der Substanz gearbeitet wird und Mängel dann günstig mit erledigt werden können. Und viertens einfach dann, wenn die Anlage ein gewisses Alter erreicht hat und niemand sagen kann, wann sie zuletzt jemand angesehen hat.

Im gewerblichen Umfeld sieht es anders aus. Dort gelten je nach Nutzung und Versicherung regelmäßige Prüffristen für ortsfeste Anlagen und ortsveränderliche Geräte. Wer gewerblich vermietet oder Mitarbeiter beschäftigt, sollte das nicht dem Zufall überlassen.

Anzeichen einer gealterten Anlage

  • Steckdosen ohne Schutzleiter, nur zwei Kontakte
  • kein Fehlerstromschutzschalter vorhanden
  • Schraubsicherungen statt Kipphebel
  • textilummantelte Leitungen sichtbar
  • Licht flackert beim Anlaufen größerer Geräte
  • warme Steckdosen oder Schalter
Elektrikerwerkzeug auf einer Werkbank: Zangen, Schraubendreher, Wasserwaagen und Messgeräte

Was bei einer Prüfung passiert

  1. Sichtprüfung
    Zustand von Verteiler, Dosen, Leitungen und Schutzeinrichtungen. Vieles zeigt sich schon hier — Verfärbungen, lose Abdeckungen, fehlende Beschriftung.
  2. Erproben
    Funktion der Schutzeinrichtungen, insbesondere Auslösung des Fehlerstromschutzes und Wirksamkeit der Abschaltung.
  3. Messen
    Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz, Durchgängigkeit der Schutzleiter. Das ist der Teil, der ohne Gerät nicht geht — und der die versteckten Mängel findet.
  4. Protokollieren
    Alle Werte werden dokumentiert. Dieses Protokoll ist im Schadensfall Ihr Nachweis und beim Verkauf ein Argument.
Warum messen

Die Mängel, die man nicht sieht

Eine Elektroinstallation altert unauffällig. Isolierung wird über Jahrzehnte spröde, Klemmstellen lockern sich durch die ständigen Temperaturwechsel im Betrieb, Feuchtigkeit arbeitet sich langsam in Verteilerdosen. Nichts davon ist von außen zu erkennen, solange nicht bereits etwas heiß geworden ist.

Die Isolationsmessung macht genau das sichtbar. Sie prüft, wie gut die Leiter noch gegeneinander und gegen Erde isoliert sind. Werte, die deutlich unter dem Sollwert liegen, verraten Feuchtigkeit oder gealterte Isolierung — lange bevor daraus ein Fehlerstrom wird, den man merkt.

Die zweite wichtige Messung betrifft die Abschaltbedingungen. Sie beantwortet die Frage, ob im Fehlerfall tatsächlich schnell genug abgeschaltet wird. Eine Sicherung im Verteiler nützt wenig, wenn die Leitung so lang und dünn ist, dass im Fehlerfall nicht genug Strom fließt, um sie auszulösen.

Und drittens die Durchgängigkeit der Schutzleiter. Ein unterbrochener Schutzleiter fällt im Alltag überhaupt nicht auf — bis zu dem Moment, in dem er gebraucht wird. Genau deshalb ist er einer der wichtigsten Prüfpunkte.

Das können Sie tun

  • Vor dem Immobilienkauf prüfen lassen
  • Das Protokoll aufbewahren, auch nach Jahren
  • Den FI-Schalter selbst halbjährlich testen
  • Warme Steckdosen ernst nehmen
  • Bei gewerblicher Nutzung die Prüffristen klären

Das besser nicht

  • Von „läuft ja seit dreißig Jahren“ auf Sicherheit schließen
  • Nur auf sichtbare Mängel achten
  • Steckdosen ohne Schutzleiter belassen und Adapter nutzen
  • Eine Anlage ohne FI als unbedenklich einstufen
  • Prüfprotokolle wegwerfen

Zusammengefasst

  • Privat gibt es keine allgemeine Prüfpflicht — sinnvoll ist es trotzdem.
  • Die gefährlichen Mängel sind die unsichtbaren.
  • Anlässe: Kauf, Vermietung, Umbau, hohes Alter der Anlage.
  • Das Protokoll ist im Schadensfall Ihr Nachweis.
Bevor jemand da ist

Was Sie selbst prüfen können

Soforthilfe in drei Schritten

Was Sie tun können, bevor jemand da ist. Ohne Werkzeug, ohne Risiko.

Schritt 1 — Gefahr ausschließen. Riecht es verschmort, sehen Sie Rauch oder Funken? Dann nichts weiter anfassen.

Schritt 2 — Sicherungskasten prüfen. Öffnen Sie die Klappe. Steht ein Kipphebel nach unten, während die anderen oben stehen? Schalten Sie ihn einmal ganz nach unten und dann wieder nach oben.

  • Bleibt er oben: Der Fehler war einmalig — beobachten Sie es.
  • Fällt er sofort wieder: Nicht erneut versuchen. Der Fehler liegt in der Leitung oder an einem Gerät.
  • Ist es der breite Schalter mit Prüftaste (FI): Ziehen Sie zuerst alle Geräte des Bereichs aus der Steckdose.

Kommt der Strom nicht zurück oder fällt die Sicherung erneut, rufen Sie an — dann muss jemand messen.

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Das ist ein Notfall. Fassen Sie nichts an und schalten Sie — nur wenn Sie gefahrlos herankommen — den Hauptschalter im Sicherungskasten aus.

  • Bei sichtbarem Feuer oder starkem Rauch zuerst die 112 rufen.
  • Löschen Sie einen Brand an elektrischen Anlagen niemals mit Wasser.
  • Verlassen Sie den Raum und lüften Sie, wenn es stark riecht.

Danach erreichen Sie uns rund um die Uhr.

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Fragen

Häufige Fragen zur Anlagenprüfung

Wie oft muss eine private Elektroinstallation geprüft werden?

Eine gesetzliche Pflicht zur wiederkehrenden Prüfung gibt es für selbstgenutzte Wohngebäude nicht. Fachlich empfohlen wird ein Abstand von etwa zehn Jahren, bei älteren Anlagen früher. Den FI-Schalter sollten Sie unabhängig davon halbjährlich selbst testen.

Was ist der Unterschied zum E-Check?

Der Begriff bezeichnet ein markenrechtlich geschütztes Prüfangebot bestimmter Innungsbetriebe. Der Prüfumfang orientiert sich an denselben technischen Regeln, die auch für andere Prüfungen gelten. Inhaltlich geht es in beiden Fällen um Sichtprüfung, Erproben, Messen und Dokumentieren.

Bin ich als Vermieter verpflichtet?

Sie schulden dem Mieter eine Wohnung in sicherem Zustand. Eine ausdrückliche Prüffrist steht dazu nicht im Gesetz, im Schadensfall wird aber gefragt, ob Sie sich vom Zustand überzeugt haben. Ein Prüfprotokoll ist dann die belastbarste Antwort.

Wie lange dauert eine Prüfung?

Bei einer normalen Wohnung überschaubar, bei einem verwinkelten Altbau mit vielen Stromkreisen entsprechend länger. Für die Messungen müssen Stromkreise zeitweise freigeschaltet werden.

Was passiert, wenn Mängel gefunden werden?

Sie werden im Protokoll dokumentiert und nach Dringlichkeit eingeordnet. Nicht jeder Befund muss sofort behoben werden — bei sicherheitsrelevanten Mängeln sollte man aber nicht warten.

Muss ich nach der Prüfung alles modernisieren?

Nein. Bestandsschutz bedeutet, dass eine ältere Anlage weiterbetrieben werden darf, solange sie sicher ist. Die Prüfung sagt Ihnen, ob das der Fall ist — nicht, dass alles auf Neubaustandard gebracht werden muss.

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