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Handwerk 4.0: Welche Chancen die Digitalisierung kleinen und mittleren Elektrobetrieben bietet

Digitale Werkzeuge erobern Werkstatt und Büro kleiner Handwerksbetriebe. Wer früh einsteigt, sichert sich einen Vorteil im Alltag.

Elektriker steht mit einem Tablet in der Hand vor einem geöffneten Sicherungskasten im Hausflur

Digitale Werkzeuge erobern längst auch die Werkstatt und das Büro kleiner Handwerksbetriebe, und wer früh einsteigt, sichert sich einen echten Vorteil im Alltag.

Warum wird die Digitalisierung für Handwerksbetriebe gerade jetzt zum Thema?

Der Fachkräftemangel setzt vielen Betrieben ordentlich zu, und gleichzeitig wachsen auch die Ansprüche der Kunden an Schnelligkeit und Transparenz immer weiter. Wer heute einen Handwerker beauftragt, möchte eben am liebsten online einen Termin buchen, den Status eines Auftrags bequem nachverfolgen und die Rechnung ganz einfach per Mail erhalten, ohne dafür extra hinterhertelefonieren zu müssen. Digitale Technologien können all diese Erwartungen erfüllen und nebenbei auch noch den Verwaltungsaufwand im Betrieb reduzieren. Wie stark sich der digitale Reifegrad der Branche in den vergangenen Jahren tatsächlich verändert hat, zeigt eine aktuelle Digitalisierungsstudie recht anschaulich, die das Handwerk inzwischen immerhin im oberen Mittelfeld der Gesamtwirtschaft einordnet. Hinzu kommt, dass kleine Betriebe im Wettbewerb um Aufträge zunehmend mit größeren, überregional aufgestellten Anbietern konkurrieren müssen, die vielerorts schon länger auf digitale Kundenprozesse setzen. Für kleine und mittlere Betriebe heißt das also vor allem, dass am Einstieg in erste digitale Schritte kaum noch ein Weg vorbeiführt, wenn sie ihre Wettbewerbsposition halten wollen.

Wo profitieren Betriebe im Alltag am ehesten?

Nicht jede Digitalisierungsmaßnahme muss gleich aufwendig oder teuer sein, denn viele Betriebe starten ohnehin erst einmal mit kleinen, aber durchaus wirkungsvollen Anpassungen im Tagesgeschäft, etwa in diesen Bereichen:

  • Digitale Terminplanung und Einsatzplanung für Monteure unterwegs
  • Angebots- und Rechnungssoftware, die Vorlagen automatisch ausfüllt
  • Mobile Zeiterfassung direkt auf der Baustelle statt Zettelwirtschaft
  • Digitale Lagerverwaltung für Material und Ersatzteile
  • Eine gepflegte Online-Präsenz, über die neue Kunden den Betrieb überhaupt erst finden

Gerade die Kombination aus mehreren dieser Bausteine spart unterm Strich einiges an Zeit, die sonst ohnehin für Papierkram draufgehen würde, und schafft nebenbei auch gleich noch mehr Übersicht im Tagesgeschäft. Wer außerdem die eigenen Einsatzgebiete klar benennt, macht es potenziellen Kunden von Anfang an leichter, den passenden Betrieb in der Nähe zu finden.

Wie verändert vernetzte Technik die tägliche Arbeit vor Ort?

Digitalisierung betrifft im Handwerk eben nicht nur die Büroorganisation, denn auch die angebotenen Leistungen selbst wandeln sich derzeit merklich. Immer mehr Kunden fragen nämlich nach vernetzten Lösungen fürs eigene Zuhause, etwa nach der Installation einer Wallbox fürs Elektroauto oder nach der fachgerechten Anbindung einer Photovoltaikanlage ans Hausnetz. Smarte Steuerungen für Heizung, Licht oder Rollläden waren vor einigen Jahren ja noch ein reines Nischenthema, heute fragen selbst Bestandskunden bei einer ohnehin anstehenden Sanierung ganz gezielt danach. Wer solche Themen aktiv anbietet, erschließt sich damit also ein Geschäftsfeld, das in den kommenden Jahren eher wachsen als schrumpfen dürfte.

Tipps für den Einstieg

  • Mit einem Bereich wie der Terminplanung beginnen, statt alles auf einmal umzustellen
  • Mitarbeitende früh einbinden und für neue Software schulen, damit die Akzeptanz im Team wächst
  • Cloud-Lösungen nutzen, damit Daten auch unterwegs auf der Baustelle abrufbar sind
  • Passende Fördermittel für Digitalisierungsvorhaben prüfen, bevor größere Investitionen anstehen

Welche Hürden begegnen Betrieben auf dem Weg dorthin?

Ganz ohne Stolpersteine verläuft die Umstellung freilich nur selten, denn viele Inhaberinnen und Inhaber nennen fehlende Zeit im Tagesgeschäft, die Kosten für neue Software sowie eine gewisse Unsicherheit im Umgang mit den Programmen als größte Hemmnisse. Hinzu kommt außerdem das Thema IT-Sicherheit, das mit wachsender Vernetzung natürlich an Bedeutung gewinnt, schließlich landen mit jeder digitalen Rechnung oder Kundendatenbank eben auch sensible Informationen auf Servern. Das betrifft übrigens nicht nur die eigene Verwaltung, das gilt ganz genauso für die Vernetzung von Geräten und Haushaltstechnik beim Kunden, die genauso ordentlich abgesichert sein sollte. Dass sich die Umstellung trotzdem lohnt, zeigt allerdings ein Blick auf die Erfahrungen anderer Betriebe, denn Digitalisierung im Handwerk bedeutet auch großes Potenzial, sofern Betriebe die Umstellung einigermaßen strukturiert angehen und sich dabei nicht gleich von der schieren Menge an möglichen Tools überfordern lassen.

Wie sollten Betriebe den Einstieg konkret angehen?

Am Ende zählt eigentlich weniger, ob ein Betrieb überhaupt digitalisiert, als vielmehr, in welchem Tempo und mit welchen Prioritäten das Ganze geschieht. Kleine, gut durchdachte Schritte bringen meist einfach mehr als ein überstürzter Rundumschlag, der Mitarbeitende und Kunden gleichermaßen überfordert. Auch die Weiterbildung sollte von Anfang an mitgedacht werden, denn die beste Software nützt schließlich wenig, wenn im Team niemand so richtig damit umgehen kann. Wer sich unsicher ist, wo er am besten anfangen soll, kann sich ja auch einfach direkt bei einem erfahrenen Elektrofachbetrieb beraten lassen und offene Fragen klären, bevor größere Investitionen anstehen. Ebenso hilft oft schon der Austausch mit anderen Betrieben aus der Nachbarschaft weiter, denn viele der Herausforderungen ähneln sich ohnehin über Gewerke hinweg. Wer heute die ersten Weichen stellt, sichert sich morgen jedenfalls einen Vorsprung, der sich im Arbeitsalltag und beim Kunden gleichermaßen bemerkbar macht.

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Häufige Fragen

Womit sollte ein kleiner Betrieb bei der Digitalisierung anfangen?

Mit einem einzelnen Bereich statt mit allem gleichzeitig. Die Terminplanung eignet sich gut als Einstieg, weil sie schnell spürbar Zeit spart und niemanden im Team überfordert. Erst wenn das läuft, kommt der nächste Baustein dazu.

Was hält Handwerksbetriebe am häufigsten vom Einstieg ab?

Genannt werden vor allem drei Dinge: fehlende Zeit im Tagesgeschäft, die Kosten für neue Software und die Unsicherheit im Umgang mit den Programmen. Dazu kommt das Thema IT-Sicherheit, das mit jeder digitalen Rechnung und jeder Kundendatenbank an Gewicht gewinnt.

Verändert die Digitalisierung auch die Arbeit beim Kunden?

Ja. Neben der Büroorganisation wandeln sich die Leistungen selbst. Wallboxen, der Anschluss von Photovoltaikanlagen und smarte Steuerungen für Heizung, Licht oder Rollläden werden inzwischen auch von Bestandskunden gezielt nachgefragt, etwa bei einer ohnehin anstehenden Sanierung.

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